Erste-Hilfe: Knochenbrüche – Vergiftungen – Herzinfarkt – Schlaganfall – Teil 5

Im abschließenden Teil meiner Artikelserie zu Sofortmaßnahmen der Ersten-Hilfe betrachte ich Knochenbrüche, Vergiftungen sowie die speziellen Erkrankungen Herzinfarkt und Schlaganfall. Was sollte bei einem Knochenbruch getan werden? Wie handel ich bei Vergiftungen? Welche Maßnahmen ergreife ich bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall? Antworten findet ihr im Artikel.

Heute erwartet euch der fünfte und somit letzte Teil der Artikelserie Sofortmaßnahmen der Ersten-Hilfe. Die verbleibenden Fragen zu Knochenbrüchen, Vergiftungen sowie den speziellen Erkrankungen Herzinfarkt und Schlaganfall werden geklärt und bilden somit den Abschluss des kleinen theoretischen Ausfluges in die Erste-Hilfe.

Knochenbrüche

Gipsbein - Erste-HilfeKnochenbrüche stellen eine besondere Art der Verletzungen dar. In der Ersten-Hilfe ist hierbei zwischen offenen und geschlossenen Brüchen zu unterscheiden.

Beim geschlossenen Knochenbruch ist die Hautbarriere noch intakt. Dies bedeutet, dass die betroffene Gliedmaße durch unnatürliche Lage bzw. Schonhaltung des Betroffenen als gebrochen erkannt werden kann. Es finden sich jedoch keine sichtbaren Knochenfragmente.

Im Gegensatz dazu durchbohrt ein gebrochener Knochenteil beim offenen Knochenbruch die Haut. Hier ist mindestens ein Knochenfragment in einer offenen Wunde sichtbar.

Geschlossener Knochenbruch


Der geschlossene Knochenbruch kann im Gegensatz zum offenen Knochenbruch gekühlt werden. Hierbei bieten sich nasse Tücher an. Zu beachten ist, dass keine zu schweren Eisbeutel oder Tücher verwendet werden, da diese den Schmerz durch Druck auf die Bruchstelle erhöhen.

Insgesamt sollte auf eine möglichst geringe Manipulation geachtet werden. Dies bedeutet, dass die Bruchstelle nicht bewegt werden sollte. Eine Polsterung durch Decken oder Kleidungsstücken bietet sich an. Zur Orientierung sollte der Betroffene selbst angeben, welche Haltung und Lagerung für ihn am angenehmsten empfunden wird.

Offener Knochenbruch

Aufgrund des Infektionsrisikos sollte der Ersthelfer mit Hilfe von sterilen Wundauflagen die offene Bruchstelle steril bedecken. Die Kühlung mittels feuchter Tücher sollte nicht erfolgen um Infektionen zu vermeiden. Ein lockeres Fixieren der Wundauflagen mit Klebestreifen verhindert ein eventuelles Verrutschen der Auflagen.

Auch beim offenen Knochenbruch sollte eine Polsterung und Lagerung nach Wünschen des Patienten erfolgen.

Checkliste Erste-Hilfe Knochenbruch

  • Notruf absetzen
  • gebrochene Gliedmaßen möglichst wenig bewegen
  • offener Bruch: steril abdecken
  • geschlossener Bruch: kühlen
  • eventuell Polstern und nach Wünschen des Betroffenen lagern

Vergiftungen

Vergiftungen sind vor allem im Zusammenhang mit Kindern oder Selbstmordversuchen von Bedeutung. Hierbei kommt es oft zum Verschlucken von Substanzen, welche giftig sind. Deshalb sollte auf eine korrekte Lagerung von Reiniger, Medikamenten und Co. geachtet werden (außer Reichweite von Kindern).

TablettenJe nach Substanz, welche aufgenommen wurde, zeichnet sich eine Vergiftung durch unterschiedliche Symptome ab. Häufig treten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Plötzliche Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder ein Schwindelgefühl können ebenfalls Anzeichen für eine Vergiftung sein. Neben Erregungszuständen kann es zu einem Schock, Bewusstseinseintrübungen oder sogar zur Bewusstlosigkeit kommen.

Besonders gefährlich stellen sich Atemstörungen (im schlimmsten Fall ein Atemstillstand) oder Störungen des Herz-Kreislauf-Systems dar.

Besonders wichtig ist das Erkennen der Situation. Offene Reinigerflaschen oder Tablettenpackungen in Kombination mit plötzlichen Symptomen dienen als Anhaltspunkt für eine Vergiftung.

Vergiftungen – Erste-Hilfe

Bei Vergiftungen gilt es in erster Linie schnell den Notruf abzusetzen. Anschließend sollte symptombezogen gehandelt werden. Kommt es zum Atem- oder Kreislaufstillstand ist sofort mit der Wiederbelebung zu beginnen. Bewusstlose Patienten sind in die stabile Seitenlage zu drehen. In jedem Fall sollte eigenständige Kontrolle der Lebenszeichen erfolgen, da vor allem bei Vergiftungen eine schnelle Verschlechterung des Gesundheitszustandes eintreten kann.

Vor allem für den Rettungsdienst und die anschließende Behandlung im Krankenhaus spielt es eine entscheidende Rolle mit welchen Substanzen die Vergiftung erfolgt ist. Neben Erbrochenem sollten deshalb vor allem offene Flaschen, Tablettenverpackungen oder Giftreste aufgehoben und an den Rettungsdienst übergeben werden.
Da ein Erbrechen nicht bei jeder Vergiftung sinnvoll ist hat sich als neue Leitlinie der Betroffene selbst herausgestellt. Sollte der Patient den Drang zum Erbrechen verspüren kann ihm dabei geholfen werden. Dies geschieht zum Beispiel durch nach vorne Halten des Kopfes beim sitzenden Patienten oder durch Drehen des Kopfes zur Seite beim liegenden.

Vergiftungen – Checkliste

Hier die Checkliste zur schnellen Übersicht der Erste-Hilfe Maßnahmen bei Vergiftungen:

Herzinfarkt – Erste-Hilfe

HerzattackeWie bereits im Artikel zum Herzinfarkt angedeutet spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle in der Ersten-Hilfe. Das Erkennen des Herzinfarktes erfolgt hierbei meist anhand der typischen Symptome: Druckgefühl in der Brust mit Schmerzen, die in den linken Arm, den Unterkiefer, den Rücken oder in den Bauch ausstrahlen. Ebenso empfinden die Betroffenen starke Unruhe teilweise gepaart mit Todesangst bei einer blassen bis bläulichen Gesichts- und Hautfarbe. Häufig kommt es zu körperlichen Reaktionen wie starkem Schwitzen. Je nach Infarktgröße empfinden die Patienten eine unterschiedlich stark wahrgenommene Atemnot.

Bei diesen Anzeichen gilt es sofort zu handeln:

Schlaganfall – Erste-Hilfe

Auch beim Schlaganfall (Hirninfarkt) ist äußerste Eile geboten. Besonderes Anzeichen des Schlaganfalles ist das spontane Auftreten von Lähmungen. Diese können neben einer kompletten Körperhälfte auch nur das Gesicht betreffen. Besonders zu achten ist auf einen herabhängenden Mundwinkel oder ein einseitig geschlossenes Auge.

Gehirn SchlaganfallIm Zuge der Gesichtslähmungen können Sprach- und Schluckstörungen auftreten. Besonders letztere erhöhen die Erstickungsgefahr des Betroffenen durch Speichel, Trinken, Essen oder Erbrochenem.

Ausgeprägte Schlaganfälle zeichnen sich durch Bewusstlosigkeit in Verbindung mit Atem- und Kreislaufstörungen ab. Ebenfalls Folge der fehlerhaften Kreislaufsteuerung ist meist eine Erhöhung der Blutdruckwerte.

Auch beim Schlaganfall gilt ein schnelles Handeln als wichtiger Faktor für das Überleben des Betroffenen:

Nun ist es also geschafft. Die Grundlagen der Ersten-Hilfe habe ich euch in den letzten fünf Artikeln näher gebracht. Nochmals anmerken möchte ich, dass die Lektüre der Serie keinesfalls einen Erste-Hilfe Kurs ersetzt. Auffrischungskurse mit Praxistraining sind bei den bekannten Hilfsorganisationen bereits ab 25-30 Euro zu buchen.

Ich hoffe, ich konnte euch eine kleine theoretische Hilfestellung bieten und freue mich über Feedback, Fragen, Wünsche oder Kritik per Email oder hier als Kommentar.

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